Ein tierisch schöner Helfer für Theodor

Mit großen Augen steht der kleine Theodor am Fenster, seine Nase an die Scheibe gedrückt. Draußen raschelt es, Schritte nähern sich – sein Herz schlägt schneller. Er wartet gespannt auf seinen neuen besten Freund.

Theodor war fünf Jahre alt, als seine Welt sich veränderte. Die Diagnose Diabetes kam unerwartet, kurz vor dem ersten Lockdown. Plötzlich bestimmten Insulinpumpen, Blutzuckerwerte und strikte medizinische Anweisungen den Alltag der Familie. Wie ein unsichtbarer Schatten schlich sich die Krankheit in ihr Leben, stellte alles auf den Kopf. Doch in gewisser Weise brachte die Pandemie eine Atempause – eine Zeit, um durchzuatmen, das Neue zu begreifen und den Umgang mit der Krankheit zu lernen.

Während eines Spitalsaufenthalts hörte die Familie erstmals von Assistenzhunden für Diabetiker. Hunde mit außergewöhnlichem Geruchssinn, die spüren, wenn der Blutzucker gefährlich absackt oder rasant in die Höhe schnellt. Sie schlagen Alarm – mit einem Pfotenstupser am Tag oder dem Läuten einer Glocke in der Nacht. Eine beeindruckende Fähigkeit, die Theodors Eltern hoffen ließ. Denn so präzise Insulinpumpen und Sensoren auch eingestellt sind – sie haben ihre Tücken, wie Vater Thomas aus vielen schlaflosen Nächten neben Theos Bett weiß.

 

Die Idee, einen Assistenzhund ins Leben ihres Sohnes zu holen, nahm Gestalt an. Doch die Realität holte sie schnell ein: Die Ausbildung eines solchen Hundes kostet rund 40.000 Euro – eine Summe, die für die Familie unerreichbar schien. Noch dazu verlor Thomas in dieser Zeit seinen Job. Doch für Theos Sicherheit gaben seine Eltern nicht auf. Sie suchten nach einem passenden Hund, einer geeigneten Trainingseinrichtung und starteten einen ersten Spendenaufruf, der 10.000 Euro einbrachte. Das Animal Training Center steuerte weitere 10.000 Euro bei – noch immer nicht genug.

 

Kurz vor Weihnachten 2021 wagten Theos Eltern einen zweiten Spendenaufruf. Auf der Suche nach Unterstützung stießen sie auf den Verein Steirer mit Herz. „Wir haben das Kontaktformular ausgefüllt, und keine Minute später klingelte das Telefon. Marcel Resch war dran – und sagte sofort seine Hilfe zu“, erinnert sich Vater Thomas. Die Unterstützung kam schnell und unbürokratisch.

 

Nun steht Theodor am Fenster, seine Augen leuchten. Die Tür öffnet sich – Miguel, der Portugiesische Wasserhund, betritt sein neues Zuhause. Eineinhalb Jahre dauerte seine Ausbildung im Animal Training Center in Rohrbach. Immer wieder durfte Theodor ihn in dieser Zeit treffen, durfte sich freuen, durfte hoffen. Jetzt ist er endlich da!

Fotocredit: © Daniel Obersberger

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