- Geschichten mit Herz
Niklas’ Weg: Mit Herz und Technik zu mehr Selbstständigkeit
Als Niklas ein halbes Jahr alt war, erhielten seine Eltern eine Diagnose, die in der Familie bereits bekannt war: Nystagmus, ein Augenzittern, das zwei seiner Onkel ebenfalls begleitet. Schon früh musste er aufgrund einer starken Hornhautverkrümmung eine Brille tragen – seine Sehleistung lag bei nur zehn Prozent. Doch für Mutter Nadine war klar: Ihr Sohn sollte aufwachsen wie jedes andere Kind.
Und das tat er auch. Heute ist Niklas sieben Jahre alt, fährt Rad, schwimmt und saust im Winter die Skipisten hinunter – ganz ohne Assistenz. „Er orientiert sich gut an Kontrasten“, erklärt seine Mutter. Sogar Skirennen sind möglich, da sich die Torstangen klar vom weißen Schnee abheben. Einzig der Führerschein wird für ihn keine Option sein. Und die Ungewissheit bleibt, ob seine Sehkraft mit den Jahren weiter nachlässt. Doch mit einer speziellen Brillenkonstruktion lässt sich seine Wahrnehmung verbessern.
In der Schule besucht Niklas eine Regelschule und nimmt am Unterricht teil – allerdings nur Möglich mit technischer Unterstützung. Eine spezielle Sehhilfe, bestehend aus einem Laptop mit Lesegerät, einem höhenverstellbaren Pult und einer optimalen Beleuchtung, erleichtert ihm das Lernen. Die Gemeinde stellt die notwendige Ausstattung für die Schule zur Verfügung, doch für Zuhause musste die Familie selbst aufkommen. Eine Herausforderung, denn ein solches Set kostet zwischen 10.000 und 12.000 Euro.
Ein wertvoller Tipp führte Niklas’ Mutter zu „Steirer mit Herz“. Nach Einreichung aller Unterlagen kam rasch die Zusage: Der Verein übernahm rund 8.000 Euro der Kosten, die nicht von der Gemeinde gedeckt wurden. „Die Unterstützung war unkompliziert und schnell“, berichtet Nadine erleichtert. Pünktlich zum Schulbeginn wurde Niklas auf das neue Gerät eingeschult. “Mit optimaler Sitzposition und perfektem Blickwinkel kann er nun dem Unterricht problemlos folgen!”: erzählt seine Mutter stolz.
Fotocredit: © Daniel Obersberger